Geschichte

Die durch hamburgische Verordnung im Jahre 1777 eingesetzte Feuerwache, eine bezahlte temporaire Spritzenmannschaft, war die erste Feuerwehr im hamburgischen Landgebiet zu Volksdorf. Im Volksmund hieß die Löschmannschaft „Wittkittels“ denn sie waren mit weißen Leinenkitteln uniformiert und trugen dazu zunächst einen präparierten Hut mit vorn hochgeschlagener Krempe. Diese ständige Nachtwache bestand aus zwei Aufsehern und 25 Spritzenleuten. Zu besonderen Zeiten wurden Brandwachen eingeteilt. Dann mußten – immer zwei gemeinsam – auf einer vorgeschriebenen Wachtour gehen, „fleißig, langsam und beständig, zuweilen stillestehend, um sich sehend und auf alles Mögliche achtend“.

Die Brandwachen, ausgerüstet mit ledernem Löscheimer mußten kleine entstehende Brände selbst löschen.
Falls ein verdächtiger Rauch oder gar Feuer bemerkt wurde, hatten sie die Bewohner des betreffenden Hauses „mit Bescheidenheit, und ohne Angst zu machen, zu warnen und von demselben zu verlangen, daß sie nebst ihnen nachforschten, woher der verspürte Geruch, Qualm oder Dampf entstanden, ob dabey Gefahr sey, oder nicht“.Für ihre Dienstbereitschaft erhielten die Weißkittel eine Entschädigung: der Commandeur erhielt 96,- die beiden Rohrführer je 21,40 Mark und die übrigen Sprützenbrüder je 14,40 Mark pro Jahr. Für alle Leistungen und Übungen wurden stundenweise Entschädigungen gezahlt. Die Feuerlöschgeräte wurden ihnen von der Stadt Hamburg geliefert:

1 Handdruckspritze, die von 10 Mann bedient werden mußte mit Schläuchen und Leitern, 1 Zubringer, das war eine weitere Handdruckspritze, die der ersten Spritze das Wasser zuführte, wenn dieses von weit her herangepumpt werden mußte.
Des weiteren geht aus der Feuerlöschordnung von 1859 hervor, daß: “Jeder Voll- oder Halbhufner, jeder Brinksitzer und Kätner im 2. Löschdisstrict im Gebiet der Geest- und Marschlande, verpflichtet ist einen Feuerhaken, eine Leiter und zwei Dachstühle in gutem Stande im Hause zu haben hat“.1 Wasserwagen (sogenannte Cope) eine hölzerne Wassertonne auf ein Wagengestell montiert und einige Ledereimer.
Des weiteren geht aus der Feuerlöschordnung von 1859 hervor, daß: “Jeder Voll- oder Halbhufner, jeder Brinksitzer und Kätner im 2. Löschdisstrict im Gebiet der Geest- und Marschlande, verpflichtet ist einen Feuerhaken, eine Leiter und zwei Dachstühle in gutem Stande im Hause zu haben hat“. Hülfeleistung der Dorfbewohner heißt es nach § 13: „Jeder Grundeigenthümer und Hausbewohner ist verpflichtet, beim Ausbruch eines Feuers im Löschverband so eilig wie möglich, mit einem Eimer versehen, zur Brandstelle sich hinzubegeben oder einen rüstigen Mann an seiner Stelle dorthin zu schicken“. – unter § 14. heißt es weiter: „Besitzer von Privatbrunnen und größeren Wasserbehältern haben die Benutzung derselben zum Wasser holen zu gestatten“.
„Feuerschau“
Auf dem 6 Meter hohen Heidberg (heutiger Marktplatz) standen zwei uralte Buchen, „Adam und Eva“ genannt. In „Adam“ war eine dicke Leiter bis in die Spitze eingebaut. Sie diente der Feuerwehr zur Feuerschau. Von hier aus war es möglich, bis weit hinter Farmsen zu sehen. Früher fanden sich, wie mancherorts heute noch, die Männer zu einer „Freiwilligen Feuerwehr“ zusammen, so auch in Volksdorf. Freiwillige, die zusammengerufen, wenn irgendwo im Ort Feuer ausgebrochen war. Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr zu sein, dem Selbstschutz des Dorfes zu dienen, ist für einen gesunden, kräftigen Mann Ehrenpflicht.
Am 3. März 1894 wurde in Volksdorf eine Freiwillige Feuerwehr von folgenden Herren aus Volksdorf gegründet : (Rekonstruktion von Klaus Niemann, 1989 F-2931)

1. Claus Ferck, Commandeur
2. Wilhelm Ferck, Schriftführer
3. Julius Eggers, Kassierer
4. Rhenzius, Ehrengericht
5. John Erich, Steigerführer
6. H.Timm, Steigerführer
7. Drube, Spritzenführer
8. Krause,
9. Friedrich Rolfs, Spritzenführer, Vice
10. H. Reinholdt
11. Meyer
12. Hinrich Cords, Kassen-Revisor
13. Willi Lange
14. Hein Moritz
15. A. Schwarz
16. Behrens
17. Steenbock
18. Reincke
19. Schmidt
20. W. Timmermann
21. A. Siemers
22. H. Möller

Nach erfolgter Ausbildung der Gründungsmitglieder wurde der behördlich anerkannte Gründungstag der Wehr auf den 21. Juni 1894 festgelegt.

Aus der Gemeindekasse wurden 300 Mark für die Anschaffung von Hosen für die aktiven Mitglieder bewilligt. Der Schneidermeister H. Stockhusen hier am Ort wurde beauftragt, die Hosen zum Stückpreis von 11,50 Mark anzufertigen. Alle 14 Tage findet vorläufig eine Versammlung statt. Wer zu einer Versammlung ohne schriftliche Entschuldigung fehlt, zahlt eine Strafe von 0,50 Mark. Das Spritzenhaus, die Wagen, Spritzen und Geräte wurden von der Freiwilligen Feuerwehr in Volksdorf übernommen.

Das zweiständige Feuerwehr-Gerätehaus, aus massiv Backstein errichtet, hatte einen hölzernen Schlauchturm. Nach jedem Löscheinsatz konnten hier die Hanf-Druckschläuche hängenderweise getrocknet und somit vor Fäulnis bewahrt werden. In dem Gerätehaus waren der Mannschaftswagen und die beiden Feuerspritzen sowie der Wasserwagen untergebracht. Des weiteren wurden Leitern, Eimer, Schläuche und weiteres Löschgerät hier aufbewahrt. An der vorderen Giebelseite des Spritzenhauses war das Hamburger Wappen als Relief aus dem Mauerwerk herausgearbeitet. Der Standort des nach 82 Jahren 1958 abgebrochenen Feuerwehr-Gerätehauses befand sich gegenüber dem Instenhaus der Vollhufe D Harder, worin heute der ,Dorfkrug“ betrieben wird, neben der Friedenseiche.# Das Gebäude, ebenso das danebenstehende Versammlungslokal der Feuerwehr, Henry Hove „Zur Friedenseiche“, mußte für den Neubau der Hamburger Sparkasse von 1827 „weichen.“